Checkliste: Betreutes Wohnen als Kapitalanlage — 14 Punkte vor dem Kauf
Bevor Sie eine Pflegeimmobilie kaufen, sollten 14 Fragen geklärt sein — von der Lage über Bauträger-Bonität bis zu Mietvertragsart und Verwaltungskosten. Hier die vollständige Checkliste.
Bevor Sie starten: Die drei K
Eine Pflegeimmobilie ist keine Dose Cola. Der Kaufprozess dauert 3–6 Monate und bindet Sie rechtlich 10+ Jahre. Bevor Sie ein Exposé anfordern, klären Sie die drei K:
- Kapital: Wie viel Eigenkapital haben Sie frei (nicht: Notgroschen anrühren)? Faustregel: 30–40 % der Investition plus Nebenkosten.
- Konzentration: Nur eine Immobilie oder Portfolio-Aufbau? Davon hängt die Objektauswahl ab.
- Kondition: Steuerliche Situation (Grenzsteuersatz) und Zeithorizont (10+ Jahre planbar)?
Wenn die drei K passen, geht es an die 14-Punkte-Checkliste:
Punkte 1–3: Standortprüfung
1. Demografische Nachfrage
Pflegebedarf wächst in Deutschland bis 2055 um +31 % laut Destatis. Aber regional unterschiedlich. Entscheidende Fragen:
- Wie hoch ist der Altenquotient der Region (65+/100 Erwerbsfähige)?
- Wie hoch ist der regionale Bestand an Betreutem Wohnen pro 1.000 Einwohner über 65?
- Wirtschaftsprognose: zieht die Region Menschen an (München-Speckgürtel) oder verliert sie?
Alle unsere Bayern-Standorte sind demografisch stabile oder wachsende Regionen. Detaillierte Standortprofile finden Sie auf den jeweiligen Stadt-Seiten.
2. Nahversorgung & Lebensqualität für Senioren
- Apotheke, Hausarzt, Fachärzte in < 1 km fußläufig
- Supermarkt, Café, Kirche in < 500 m
- Bushaltestelle, Bahnhof in < 300 m
- Grünanlagen, Spaziergehmöglichkeiten
Wenn Senioren die Einheit auch später im Leben selbst bewohnen (Eigennutzung als „Plan B“), ist das Umfeld entscheidend.
3. Pflegeinfrastruktur im Umfeld
- Krankenhaus/Klinikum in < 15 km (im Notfall erreichbar)
- Bestehende ambulante Pflegedienste (Kapazität)
- Tagespflege-Angebote
- Kurzzeitpflege-Plätze
Ein gutes Pflege-Ökosystem im Umfeld sorgt für Bewohner-Zulauf und Mieter-Stabilität.
Punkte 4–6: Bauträger & Konzept
4. Bauträger-Bonität
Bevor Sie einen Euro überweisen: Bauträger-Bonität prüfen.
- Wie lange ist der Bauträger am Markt? Bei Neuanbietern: Vorsicht.
- Wie viele Objekte hat er bereits realisiert?
- Gibt es Insolvenzen in der Vergangenheit?
- Wie ist das Referenzportfolio? Besichtigungen bereits realisierter Objekte möglich?
Die ERL Immobiliengruppe, die Bauträger der meisten unserer Objekte, ist seit 1979 am Markt und hat über 130 Objekte realisiert — solide Referenz. Wir arbeiten nur mit Bauträgern dieser Qualität.
5. Konzept: Klassisch vs. Plus vs. Pflegeheim
| Konzept | Merkmale | Risikoprofil |
|---|---|---|
| Klassisch BTW | 2-/3-Zi, eigene Vermietung, Eigennutzung möglich | mittleres Leerstand-Risiko, hohe Flexibilität |
| Plus / Service-Wohnen | 1-Zi möbliert, 20-J.-Mietvertrag + Mietpool | niedriges Leerstand-Risiko, Betreiber-Risiko |
| Pflegeheim | Pflegeappartement mit 24h-Pflege | maximale Mietsicherheit, keine Eigennutzung |
Für Erstkäufer ist Plus oft die attraktivste Variante: planbare Mieteinnahmen vom ersten Tag, minimaler Verwaltungsaufwand.
6. Energiestandard & Förderfähigkeit
KfW 40 QNG ist der Goldstandard — ermöglicht Sonder-AfA § 7b und KfW-298-Darlehen bis 150.000 €. Lassen Sie sich das QNG-Zertifikat (oder „in Zertifizierung“) vor Vertragsabschluss zeigen.
Punkte 7–9: Mietvertrag & Einnahmen
7. Mietvertragsart
- Individualvermietung: Sie als Eigentümer schließen mit einzelnen Mietern ab. Mehr Aufwand, volle Kontrolle.
- Generalmietvertrag mit Betreiber: Eigentümer > Betreiber > Endmieter. Betreiber zahlt fixe Miete. Klassisch bei Pflegeheimen.
- Mietpool: Alle Einheiten (z. B. Plus-Objekt) werden gepoolt, Eigentümer bekommen anteilig aus Gesamtmieteinnahmen. Schutz vor individuellem Leerstand.
8. Mietvertragslaufzeit & Indexierung
- Bei Plus-Objekten: 20 Jahre fester Mietvertrag + optional 2× 5-Jahres-Verlängerung
- Indexierung ab Jahr 4 bei ≥ 10 % VPI-Änderung (+60 % des VPI-Anstiegs) — schützt vor Inflation
- Bei klassischem BTW: 10 Jahre optional, danach neu verhandelbar
Die 20-Jahres-Laufzeit ist wirtschaftlich die Stärke von Plus-Objekten — Sie wissen für zwei Jahrzehnte, was hereinkommt.
9. Mietpool vs. Einzelvermietung
Mietpool-Vorteile:
- Schutz vor Leerstand einer einzelnen Einheit
- Gleichmäßige monatliche Auszahlung unabhängig vom eigenen Mieter
- Geringerer persönlicher Verwaltungsaufwand
Mietpool-Nachteile:
- Bei überdurchschnittlicher eigener Einheit: kein Mehrertrag
- Abhängigkeit von Pool-Verwaltung durch Betreiber
Punkte 10–12: Finanzierung & Steuer
10. KfW-Förderung nutzen
KfW-298 bietet bis 150.000 € je Einheit zu ca. 2,19 %. Details im Ratgeber KfW 297/298. Pflicht-Baustein bei Bayern-Neubauten.
11. AfA-Kaskade strukturieren
Kombinationen:
- Neubau > 2023: Degressive AfA § 7 Abs. 5a (5 % p. a.)
- Neubau > 2023 + KfW-40-QNG: Zusätzlich Sonder-AfA § 7b (+5 % p. a. × 4 J.)
- Bestand: Lineare AfA 2 % p. a.
12. Gesamtfinanzierung mit Steuerberater durchrechnen
Vor Notartermin: Termin beim Steuerberater mit allen Zahlen — Objektpreis, Nebenkosten, Mietvertragsart, Ihre persönliche Steuersituation. Der Steuerberater berechnet Ihre individuelle Rendite nach Steuer. Diese Rechnung sollte positiv sein, auch ohne Wertsteigerungshoffnung.
Punkte 13–14: Recht & Notar
13. Teilungserklärung & Verwaltungsvollmacht prüfen
Bei Wohnungseigentumsgemeinschaft (WEG): Teilungserklärung gibt Regeln für Gemeinschaft vor. Achten Sie auf:
- Wer darf wie mit Einheit umgehen (Nutzungsbeschränkungen)?
- Instandhaltungsrücklage pro Einheit monatlich
- Hausordnung (besonders bei gemeinschaftlichen Flächen Gemeinschaftsraum, Außenanlage)
- Verwaltervollmachten (jährliche Abrechnung, Versammlungen)
14. Notar-Termin & Finanzierungsbestätigung
Reihenfolge:
- KfW-Zusage + Bank-Finanzierungsbestätigung einholen
- Notarvertrag vorab zuschicken lassen (14 Tage Prüffrist)
- Vor Notar: Vertragsentwurf mit Steuerberater und Anwalt prüfen
- Notartermin: Vertragsunterzeichnung + Grundschuldbestellung
- Kaufpreiszahlung in Tranchen bei Baufortschritt (Makler- & Bauträgerverordnung)
Wichtig: Grunderwerbsteuer in Bayern: 3,5 % (nicht 5,5 % wie in NRW). Zusammen mit Notar + Grundbucheintrag ergibt das die 5,5 % Kaufnebenkosten.
Exit-Strategie mitdenken
Schon beim Kauf sollten Sie die möglichen Exit-Szenarien durchdenken:
Szenario A: Halten auf Lebenszeit
Die Einheit als Altersvorsorge, eventuell als Eigennutzung im Alter. Vorteil: keine Steuer auf Veräußerungsgewinn, da > 10 Jahre.
Szenario B: Verkauf nach 10+ Jahren
Nach Spekulationsfrist steuerfrei. Bei konservativer Wertsteigerung 1,5 % p. a. ergibt sich ein Veräußerungsgewinn — bei 10 J.: ca. 40.000 €; bei 20 J.: ca. 87.000 €.
Szenario C: Weitergabe an Nachkommen
Schenkung oder Erbschaft. Freibeträge (Kinder 400.000 € alle 10 Jahre) nutzbar. Bei größerem Portfolio: frühzeitige Schenkungsplanung.
Szenario D: Notverkauf (ungeplant)
Wenn Notfall eintritt: Verkaufspreis entspricht meist nicht dem Buchwert. Risiko-Management: immer ausreichend Rücklagen behalten, um Notverkäufe zu vermeiden.
Fazit: Mit Checkliste strukturiert zum richtigen Objekt
Wer alle 14 Punkte sauber durchgegangen ist, kauft bewusst und mit offenen Augen. Vermeiden Sie Impulskäufe — seriöse Bauträger und Berater haben kein Problem mit 4–6 Wochen Entscheidungszeit.
Alle unsere Bayern-Objekte sind nach diesen 14 Kriterien vor-geprüft. Wir führen keine Objekte im Portfolio, die diese Standards nicht erfüllen.
Ihr nächster Schritt: Wählen Sie 2–3 Städte, die zu Ihrem Profil passen und fordern Sie die Exposés an. Wir schicken Ihnen direkt die passenden Dokumente per Mail.
- Betreutes Wohnen Ingolstadt (Klassisch + Plus, ab 226.500 €)
- Betreutes Wohnen Plus Vilshofen (Plus, ab 262.000 €)
- Betreutes Wohnen Raubling (Klassisch + Plus, ab 285.100 €)
- Betreutes Wohnen Olching (S-Bahn München, ab 498.800 €)
- Betreutes Wohnen Straubing (Kompakt, ab 509.500 €)
- Betreutes Wohnen Grassau (Bestand mit Sofortrendite, ab 348.800 €)